Mein Weg war oft wie ein Wanderpfad im Nebel. Mal kämpft sich die Sonne durch und plötzlich zeigt sich eine Aussicht, die dir kurz das Herz wärmt. Und dann wieder übersiehst du die Steine, stolperst – und liegst auf der Fresse. So läuft das. Es tut weh, aber stehenbleiben bringt nichts. Also wieder hoch, staub abklopfen und weiter.
Manchmal gehen Menschen ein Stück mit dir, manchmal bleiben sie zurück – Familie, Freunde, egal wer. Am Ende ist es dein Weg, und den kann niemand für dich gehen. Das habe ich spät, aber ehrlich gelernt. Zu meinen größten Steinen gehörten Trichotillomanie, Narzissmus in der Familie, das Aufwachsen ohne Vater, depressive Zeiten, Jahre des Bettnässens und dieser gnadenlose Zweifel an mir selbst. Viel Ballast, viel Dunkelheit.
Und trotzdem: Irgendwann lichtet sich der Nebel. Ein Song, ein Ton, ein Moment trifft dich so, wie du’s gerade brauchst – und plötzlich spürst du wieder Kraft. Dann merkst du, dass du weit mehr schaffen kannst, als du dir je zugetraut hast. Vielleicht sogar alles was du dir je erträumt hast. Mach es einfach.